2026年01月27日 / ライフスタイル

„Natürlichkeit“ ist in unserer Zeit das Unnatürlichste – Der Körper geht vom „Trainieren“ zum „Herstellen“ über: Das Ende der Body Positivity und das neue Zeitalter der Körpergestaltung

„Natürlichkeit“ ist in unserer Zeit das Unnatürlichste – Der Körper geht vom „Trainieren“ zum „Herstellen“ über: Das Ende der Body Positivity und das neue Zeitalter der Körpergestaltung

Das Schlagwort "Liebe dich selbst, wie du bist" scheint in den letzten Jahren an Glanz verloren zu haben. Der Grund ist nicht einfach. Symbolisch ist jedoch, dass die Technik, Gewicht zu "verlieren", allgemein geworden ist und gleichzeitig Kleidung, die "aufpolstert", als neuester Trend zurückgekehrt ist. Mit Medikamenten zum Abnehmen wird der Körper verkleinert, und mit Korsetts und Polstern wird die Silhouette neu geformt. Wir bewegen uns derzeit von einem Gefühl des "Trainierens/Formens" des Körpers hin zu einem des "Herstellens".[1]


1) Nach dem "verkleinerten Körper" kommt der "neu gestaltete Körper"

Der Artikel der NYT beschreibt eine "neue Ära der Rekonstruktion", die durch das Zusammenspiel von Mode, Medizin und Technologie entstanden ist. Während GLP-1-Medikamente (wie Ozempic, Mounjaro) es ermöglichen, das "physische Selbst" zu verkleinern, sind auf Laufstegen und roten Teppichen Panier, die Taille und Hüften betonen, Bustle, die den Rücken aufpolstern, und Korsetts, die Brust und Taille künstlich formen, immer häufiger zu sehen.[1]


Die Beispiele sind auffällig. Riesige Panier, Bodysuits mit comicartigen Kurven, Korsetterie, die das Skelett förmlich herausarbeitet. Auch die Kleidung von Prominenten wird in Richtung einer weiteren "Gestaltung" des schlankeren Körpers gezogen. Wichtig ist hier, dass es nicht nur um mehr oder weniger Enthüllung geht, sondern dass Kleidung sich von einem "Interpretationsgerät" des Körpers zu einem "Herstellungsgerät" entwickelt.[1]


Dieser Trend beschränkt sich nicht nur auf die High Fashion. Marken für formende Unterwäsche bringen Produkte auf den Markt, die Hüften und Taille "hinzufügen", und es gibt sogar BHs, die die Details der Brustwarzen bewusst sichtbar machen. Auch aus der Sicht der Suchdaten wird die Richtung "den Körper tragen/den Körper darstellen" als "nächster großer Trend" sprachlich formuliert.[1][2][3]

2) Gab es überhaupt jemals einen "natürlichen Körper"?

Bemerkenswert im Artikel ist der Hinweis, dass der Körper nie wirklich "natürlich" ist. Tätowierungen, High Heels, Zahnbehandlungen, Krafttraining, Diäten – die Menschheit hat den Körper schon immer als "Mode (etwas, das gemacht wird)" behandelt.[1]


Heute gibt es jedoch einen entscheidenden Unterschied zur Vergangenheit. Früher waren Körpermodifikationen mit Schmerz, Anstrengung und Zeit verbunden. Heute kann man mit einer einzigen Injektion und einem Kleid den "passenden Körper" erhalten. Der Schmerz hat sich vom Körperlichen zum Wirtschaftlichen verlagert, was ein scharfer Blickwinkel ist. Wenn die Preise sinken und die Darreichungsformen sich weiterentwickeln, wird "einfache und schmerzfreie Modifikation" immer selbstverständlicher.[1]

3) Konservatismus und Genderpolitik schnüren die Taille

Ein weiterer Aspekt ist Politik und Kultur. Der Artikel beschreibt, dass der Aufstieg der rechten Genderpolitik und die Rückkehr zur "schmalen Taille + kurvigen Sanduhrform" parallel verlaufen. Wenn das ideale Körperbild sich zu "schlank, aber mit traditionell verständlichen Kurven" verdichtet, wird Kleidung zum Werkzeug, um dieses Idealbild massenhaft zu produzieren.[1]


Gleichzeitig, je sichtbarer der Kampf um die Kontrolle über den Körper wird, desto stärker wird paradoxerweise das Verlangen, "über den eigenen Körper selbst bestimmen zu wollen". Einengende Kleidung kann ein Symbol der Unterdrückung sein, aber auch ein "Kokon", der ein Gefühl von Sicherheit und Eigenständigkeit vermittelt. Designer, die das Korsett von einem "Käfig" in eine "Kraft" umdeuten, oder Ausdrücke, die bewusst fettige Körperteile betonen, um den Kontext von Schönheit neu zu gestalten, sind in dieser Linie zu sehen.[1]


Wenn soziale Medien ins Spiel kommen, wird die Debatte noch kontroverser. Das Korsett ist sowohl ein Symbol für die "Geschichte der männlichen Unterdrückung der Frauen" als auch ein Mittel, um "den eigenen Körper selbst zu inszenieren". Dasselbe Objekt kann, je nach Erfahrung und politischem Bewusstsein des Betrachters, sowohl als Käfig als auch als Rüstung wahrgenommen werden.

4) Die Filtergesellschaft drängt den "realen Körper"

Der Artikel erklärt den Druck der heutigen Zeit mit dem Begriff "mediated reality". Filter, Gesichtskorrekturen, Bearbeitungs-Apps – das Selbst auf dem Bildschirm kann jederzeit angepasst werden. Es ist daher natürlich zu denken, dass auch der Körper "aktualisierbar" ist. Das Problem liegt darin, dass das reale Selbst beginnt, dem bearbeiteten "virtuellen Selbst" nachzujagen.[1]


Und dieses Gefühl von "Ich muss aufholen" wird zu einem Geschäft. Das Wachstum der Suchanfragen, die Vermehrung der Produkte und die sprachliche Formulierung der Trendprognosen rechtfertigen das Verlangen weiter. Gefährlich ist, dass der Trend als "harmloses Spiel" erscheint. Im Artikel wird dies sogar mit einem Vergleich zu Quecksilber auf Babybettwäsche beschrieben. Das bedeutet, dass es zwar jetzt attraktiv ist, aber die späteren Nebenwirkungen unvorhersehbar sind.[1]

5) Wohin führt das: "Reaktion" oder "noch mehr Beschleunigung"?

Im Gegensatz zu Zeiten, in denen Körpermodifikationen feste Zeichen von Stämmen oder Gemeinschaften waren, treiben heute "Konsum" und "Sichtbarkeit" die Identität an. Die Geschwindigkeit der Trends nimmt zu, und die Bedeutung des Körpers löst sich von stabilen Zugehörigkeiten. Dadurch kann das "Wechseln des Körpers" selbst Instabilität erzeugen und die Diskrepanz zwischen Psyche und Körper vergrößern.[1]


Allerdings gibt es in der Mode immer eine Gegenbewegung. Wenn der gestaltete Körper seinen Höhepunkt erreicht, könnte der nächste Schritt in Richtung "Entwirren des Künstlichen" gehen. Tatsächlich gibt es Anzeichen dafür, dass Schauspielerin Kate Winslet Bedenken über das Streben nach Perfektion für "Likes" in sozialen Medien äußert und das Verlangen nach Authentizität zunimmt.[1][4]


Das Problem ist jedoch, dass selbst "Natürlichkeit" ein "hergestelltes Konzept" ist. Wir haben unseren Körper so lange mit Nahrungsergänzungsmitteln, Lasern, Formkleidung, Schnürungen und Polstern verändert. Was ist also "natürlich"? Am Ende ist es vielleicht nur "so zu tun, als wäre es natürlich".[1]

6) Reaktionen in sozialen Medien: Lob, Widerstand, Ironie und Erschöpfung

Das Thema trifft in sozialen Medien einen Nerv, weil es zwar um "Schönheit" zu gehen scheint, tatsächlich aber um "Überlebensstrategien", "Klassen" und "Anerkennung" geht. Die Reaktionen lassen sich grob in folgende Kategorien einteilen.


A: Stimmen, die die ästhetische Gestaltung und den Ausdruck bejahen
"Kleidung macht den Körper zur Leinwand", "Korsett als Rüstung", "Extreme Silhouetten als Kunst" – diese Sichtweise wird von einer Gruppe genossen, die die Erreichung von Technik und Handwerk feiert.


B: Stimmen, die über den Rückschritt der Body Positivity wütend/traurig sind
"Am Ende sind wir wieder beim Schlankheitswahn", "Das Erzwingen eines 'richtigen Körpers' durch Medikamente und Formkleidung ist Gewalt" – dieser Widerstand ist besonders stark gegen das Idealbild, das "schlank, aber mit Kurven" fordert, da es hohe Kosten verursacht und Selbstablehnung fördert.


C: Stimmen, die versuchen, eine feministische Neuinterpretation zu wagen
Unter Berücksichtigung der Geschichte des Einengens wird die Position eingenommen, "es bewusst zu tragen, um die Bedeutung zurückzuerobern". Versuche, den Wert durch das "Zeigen/Betonen" von Körperkomplexen zu verschieben, fallen ebenfalls in diese Kategorie.[1]


D: Klassenkritik und Perspektive der Hungerspiele
Medikamente, Behandlungen, Couture, formende Unterwäsche – all das sind Bündel von Konsum, und die "Körper-Updates" der Reichen verzerren die Ökonomie der Sichtbarkeit weiter, so die Kritik.[1]


E: Stimmen, die durch Memes und Ironie Distanz schaffen
Da ernsthafte Diskussionen ermüdend sind, wird in sozialen Medien mit Ironie reagiert. Zum Beispiel wurde über Kim Kardashians "Look, der das Gesicht bedeckt" sowohl als "konsequent und interessant" als auch als "wie eine Papiertüte" gelacht, was zu einer Polarisierung der Kommentare führte.[5]


Soziale Medien sind grausam. Extreme Körper werden leicht verbreitet. Verbreitung bringt Arbeit und Geld. Dadurch wird die Extreme erneut gerechtfertigt. In diesem Kreislauf wird vielleicht am meisten die "Freiheit, nicht zu bearbeiten" zurückgelassen.

7) Wie sollten wir uns dem stellen?

Es ist einfach, diesen Trend als "Verfall" zu verurteilen oder als "Freiheit" zu preisen. Aber die Realität liegt dazwischen. Der Körper ist Ausdruck, Leben, Politik, Arbeit, manchmal Rüstung und manchmal Käfig.


Wichtig ist, ein Auge für die "Blaupause" der Trends zu haben.
Wer profitiert und wer zahlt die Kosten?
Für wen ist dieses Idealbild vorteilhaft?
Und lässt man das reale Selbst dem Selbst auf dem Bildschirm nachjagen?


In der Ära des "hergestellten Körpers" könnte es wichtiger sein, eine Gebrauchsanweisung für das Verlangen zu haben als für den Körper selbst.



Quellen-URL

  1. NYT-Artikel
    https://thenightly.com.au/culture/new-york-times-the-year-of-manufacturing-the-body-and-booty-and-boobs-c-21424186

  2. Trendprognose "Wearing the Body" (Erklärung des Trends "den Körper tragen/darstellen")
    https://www.lyst.com/stories/2026-style-predictions/

  3. SKIMS offiziell: BH mit eingebauten Brustwarzen-Details (konkretes Beispiel auf der Produktseite)
    https://skims.com/products/skims-ultimate-nipple-push-up-bra-clay

  4. Bericht über Kate Winslets Äußerungen (Bedenken über "Likes" und Perfektionismus in sozialen Medien)
    https://variety.com/2025/film/news/kate-winslet-plastic-surgery-weight-loss-drugs-hollywood-1236603242/

  5. Beispiel für die Spaltung der Kommentare zu Kim Kardashians Look in sozialen Medien (konkretes Beispiel für geteilte Meinungen)
    https://people.com/kim-kardashian-nude-face-mask-academy-gala-11832555